Die Konservierung der Zeit (seit 2005)
minimal-multimediale Installationen und Objekte
zugegenheit
(2010)
Rauminstallation
aus Audiokassettenband und silbergrauen Klebebuchstaben. Aus den drei
Zeitformen Zukunft – Gegenwart – Vergangenheit wird das Substantiv
»zugegenheit« gebildet. Das auf die Wand geklebte Wort stellt den
Ausgangspunkt für ein Netzwerk aus Kassettenband dar, das den gesamten
Raum umspannt. Realisiert im Rahmen der Offenen Ateliers in der Bonner
Altstadt (Gast-Teilnahme).
Zeitkreis
(2006)
Installation aus
Tageszeitungen, Kissen, Telefon, MP3-Player besprochen mit 180
Assoziationen zum Begriff Zeit (in alphabetischer Reihenfolge,
Spielzeit 3:15 Min., Endlosschleife; erhoben von 30 Personen).
Realisiert im Rahmen der Gruppenausstellung »ortsbezogen« im
Windeck-Bunker, Bonn, 2006.
Zeit
- Raum - Licht
(2005/2006)
Installation aus
Hocker, Büchern, LED-Laufschrift mit dem Schriftzug »Wenn die Zeit nur
eine Illusion ist und der Raum keine feste Dimension – bleibt dann noch
das Licht als Orientierung ???«. Realisiert im Rahmen der
Gruppenausstellung »ortsbezogen« im Windeck-Bunker, Bonn, 2006.
Mein
Qumran (seit 2005)
Fragmentarische
Überreste einer vergänglichen Kultur. Hängende
"Schriftrollen" aus Pappe, Papierschnipseln aus »Micky Maus« und »Der
Spiegel«, Bruchstücke aus Baumrinde, Acryllack, Klebstoffe.
Hintergrund
Seit
2005 setze ich mich in meiner Kunst gezielter mit dem Phänomen der Zeit
auseinander. Unter dem Motto »Die Konservierung der Zeit« entstehen in
erster Linie multimediale, installative Arbeiten. Für mich liegt es
nahe, mich auf multimediale Weise dem Phänomen der Zeit zu nähern. In
erster Linie, weil insbesondere die Wandelbarkeit der Medien – etwa von
der Steintafel zum iPad – Veränderung und Vergänglichkeit sehr
anschaulich zum Ausdruck bringen. Aber auch, weil sich unterschiedliche
Medien bereits durch eine inhärente zeitliche Struktur auszeichnen.
Multimedial verstehe ich im eigentlichen Sinne des Wortes: Die
Verwendung einer Vielzahl – ganz bewusst nicht nur sog. neuer – Medien.
Die installative Gestaltung temporärer Zeit-Räume führt – im
Unterschied zu früheren Einzelbildern – zu einer atmosphärischen
Verdichtung und lässt den/die Besucher/-in Teil werden und
teilhaben.
In den bislang realisierten Arbeiten des Zyklus’ »Die Konservierung der Zeit« treffen häufig alte auf neue Medien der Kommunikation und Information, und veraltete Geräte auf moderne Technologie. So platziere ich etwa eine LED-Laufschrift in einem Stapel alter Bücher oder einen MP3-Player in einem Telefon aus den 1960ern. Diese Kombination von Medien unterschiedlicher Epochen lässt Zeit durch offen sichtbar werdende Veränderung und ergänzend durch zu entdeckende Information erlebbar machen. Mitunter werden nostalgische Gefühle hervorgerufen. Zugleich wird die Kombination genutzt, um Überraschungsmomente zu evozieren. So werden beispielsweise über den besagten Telefonhörer 180 alphabetisch sortierte Zeit-Assoziationen hörbar.
Der Anschein der Konservierung wird durch geschichtete Zeitungsstapel und die Gestaltung von »Schriftrollen«, Einmachgläsern und Informationsträgern (analoger und digitaler Art) unterstrichen. Der/die Besucher/-in wird beim Betreten dieser temporären Zeit-Räume zu einer Reflektion über die Zeit eingeladen – ob abstrakt, philosophisch, meditativ oder mit konkretem biographischem oder zeitgeschichtlichem Bezug. Die Verwendung vorgefundener Medien (wie Zeitungen und Bücher) gibt zugleich die Möglichkeit, auf eine Entdeckungsreise zu gehen, die durch bewusst gestaltete interaktive Elemente zusätzlich angeregt wird.












