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 Volker Frechen




Confused Corona News



  • Patschi
  • 1.4.20:
    Disney sei Dank


    Neben den Machern von Asterix (s.u.) sprechen manche auch dem Disney-Konzern prophetische Fähigkeiten zu. Weil Rapunzel in der Neuverfilmung von 2010 in einem Königreich namens Corona lebt. In einem Turm, abgeschottet von der Außenwelt, ganz wie in Quarantäne.

    Baba Wanga (1911-1996) wird die Tage auch gern mal wieder aus der Mottenkiste geholt. Die bulgarische Wahrsagerin soll nämlich in echt, so wird es mündlich überliefert, die Corona-Pandemie vorausgesagt haben.

    Und dann gibt es ja noch Stephen Kings (*1947) Buch „The Stand“ von 1978, in dem ein mutiertes Grippevirus fast die gesamte Menschheit hinwegrafft. Nur ein paar Tausend sind immun.

    Aber schuld an dem ganzen Debakel ist natürlich Bill Gates (*1955). Er war es doch, der in einem TED-Vortrag 2015 davor warnte, dass einem hochinfektiösen Virus zehn Millionen Menschen zum Opfer fallen könnten, wenn wir uns nicht angemessen darauf vorbereiten würden.

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    [Das Foto zeigt ein Paste-up von BUSTA 170er, gesehen in Köln-Ehrenfeld]

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  • Hatschi
  • 28.3.20:
    Corona, bitte für uns


    Ist es Segen oder Fluch, in Zeiten wie diesen den Namen Corona zu tragen?

    Der Umsatz des gleichnamigen mexikanischen Bieres soll angeblich eingebrochen sein. Im Städtchen Corona in Kalifornien wurde ein Run auf Waffen und Munition beobachtet (wie vielerorts in den USA).

    Der italienische Eurodance-Akt Corona erlebt derzeit ein kleines Comeback, was aber vor allem an den Black Eyed Peas liegt, deren aktueller Hit „Ritmo“ auf dem einzigen großen Corona-Hit „Rythm of the Night“ von 1994 aufbaut.

    Von Seiten der katholischen Kirche wird die heilige Corona ins Spiel gebracht. Bislang war sie vornehmlich als Patronin des Geldes, der Schatzsucher und der Fleischer bekannt. Doch auch als Schutzheilige gegen Seuchen wird sie gehandelt.

    In Aachen, wo ein Teil ihrer Gebeine liegen soll, wurde nun Coronas Sarg aus dem Depot der Domschatzkammer geholt. Wenn die Pandemie überstanden ist, soll er nach langer Zeit mal wieder öffentlich gezeigt werden.

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  • Ächz
  • 26.3.20:
    Blinde Flecken auf der Karte?


    Dank Johns-Hopkins-Universität (JHU) sind wir allzeit gut über die Verbreitung des Sars-CoV-2 informiert. Auch wenn es bei den Zahlen für Deutschland immer wieder Unterschiede zu den Angaben des Robert-Koch-Instituts gibt, werfe ich morgens und abends einen Blick auf die interaktive Weltkarte der JHU. Schließlich will ich wissen, wie sich die Lage weltweit entwickelt.

    Leider musste ich feststellen, dass auf der Karte nicht alle „Länder, Regionen und Hoheitsgebiete“ berücksichtigt werden, wie die Website suggeriert. So war mir aufgefallen, dass die Angaben für den Gazastreifen und die Westbank fehlen. Tatsächlich aber wurden bereits vor einigen Tagen die ersten Infizierten aus dem Gazastreifen gemeldet. Im Westjordanland wird von rund 60 Infizierten gesprochen (wie u.a. beim Onlinemagazin Telepolis zu lesen ist). In Anbetracht dessen, dass die Lage in Gaza ohnehin katastrophal ist – die UNO stuft das Gebiet seit 2020 offiziell als „unbewohnbar“ ein, könnte eine Ausbreitung des Sars-CoV-2 fatale Folgen für die knapp zwei Millionen Menschen haben – auch wenn die Bevölkerung in Gaza sehr jung ist (hier findet sich eine Einschätzung der Deutschen Welle).

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    Just als ich diesen Beitrag online stellte und einen erneuten Blick auf die JHU-Karte warf, konnte ich feststellen, dass die fehlenden Angaben inzwischen ergänzt worden sind. Vielleicht liegt im Schrecken der globalen Krise ja doch die Chance einer Annäherung – auch im festgefahrenen Konflikt zwischen Israel und Palästina. Diese Hoffnung hegt zumindest der israelische Schriftsteller und Friedensaktivist DAVID GROSSMANN (*1954) in einem Beitrag in der F.A.S, der Sonntagsausgabe der FAZ, vom 22.3.20.

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  • Seufz
  • 24.3.20:
    Aus aktuellem Anlass

    Obwohl oder vielmehr gerade weil es der Sars-CoV-2 geschafft hat, unser Leben komplett auf den Kopf zu stellen, werde ich diesem kleinen gemeinen Virus nicht gestatten, meine Aufmerksamkeit vollkommen zu absorbieren. Im Wochenfoto werde ich daher getrost auch auf andere Themen eingehen. Hier hingegen bekommt das Biest eine kleine Bühne.

    Beginne ich aus aktuellem Anlass mit einem Nachruf: Heute, am 24.3.2020, ist ALBERT UDERZO (1927-2020) im Alter von 92 Jahren gestorben – nicht an COVID-19, sondern an einem Herzinfarkt. Gemeinsam mit René Goscinny (1926-1977) ersann Uderzo 1959 den berühmtesten Gallier aller Zeiten: ASTERIX.

    Uderzo war für die Zeichnungen, Goscinny für den Text zuständig. Nach dessen Tod übernahm Uderzo nach zweijähriger Schaffenskrise auch die Autorentätigkeit – die Fans hatten einfach nicht locker gelassen. 2009 setzte er sich nach Abschluss des 34. Bandes, dem Jubiläumsband zum 50. Geburtstag der Comicreihe, mit 84 Jahren zur Ruhe und übergab das Heft in andere Hände.

    Dass in Band 37 „Asterix in Italien“, der im Obktober 2017 erschien, ein römischer Wagenlenker den Namen „CORONAVIRUS“ trägt (in der deutschen Übersetzung wurde daraus „Caligarius“), war also nicht Uderzos Idee. Doch dass Asterix zu einer Erfolgsgeschichte wurde, die in 100 Sprachen und Dialekten erschien, war – zumindest aus zeichnerischer Sicht – sein Verdienst. Dass ihn die renitenten Gallier überleben werden, ist ihm auch zu verdanken. Nicht ihm gehören die Figuren, sondern der Leserschaft, war seine Überzeugung. So hatte er selbst dafür Sorge getragen, dass die Serie von Didier Conrad (*1959) als Zeichner und Jean-Yves Ferri (*1959) als Texter fortgesetzt wird.

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